Betrachtungen

Jedes Jahr, wenn das Jahresende naht und der Herbst den Rhythmus des Tages bestimmt, wird das Laub der Bäume zusammengekehrt. Sie kommen auf einen großen Haufen um wieder Platz zu schaffen. Viele Blätter unterschiedlicher Art, Größe und Farben, kommen zusammen. Wenn man genau hinsieht, gibt es einige Blätter die sich doch von all den anderen unterscheiden. Fast gehen sie unter, wenn man sie nicht aus dem großen Haufen herausnimmt und sie genauer betrachtet. Die besonderen, die auffälligen Blätter sortiere ich heraus und lege sie vor mir auf den Gartentisch.
Sie alle symbolisieren das vergehende Jahr mit all den verschiedenen Ereignissen.


Viele der Blätter sind farbenfroh, so wie die schönen Tage die wir erlebt haben, die Ereignisse die uns im Nachhinein ein Lächeln herbeizaubern. Tage an die wir
uns nur zu gerne erinnern.
Aber es sind auch sehr viele kleine Blätter dabei, sie fallen nicht auf, gehen in der Menge der Vielzahl der Blätter unter. Sie deuten auf die Tage hin, die so an uns vorbeiziehen, Tage an denen der Alltag die Oberhand hat, Tage die uns nicht mehr in Erinnerung sind, Tage die verblasst sind.
Einige Blätter habe Risse. Kurze oder auch lange Risse. Es sind die Tage an denen wir uns innerlich zerrissen fühlten, an denen
uns Kummer und Sorgen begleitet haben.
Die wenigen schwarzen Blätter erinnern uns an die Menschen, die in diesem Jahr von uns gegangen sind.
Und so wie die alten Blätter das vergehende Jahr beschreiben, so symbolisieren die neuen Blätter des Baumes das Neue, das Kommende in unserem Leben. Ein neues Jahr das vor uns liegt. Mit 365 neuen Möglichkeiten.

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